In diesem Sonderbericht wird die Situation der Frauen am Arbeitsmarkt anhand folgender Indikatoren dargestellt: Beteiligung an der Erwerbstätigkeit, an Branchen, Berufen, Arbeitszeit sowie Betroffenheit von Arbeitslosigkeit. Folgende Ergebnisse können besonders herausgestellt werden, da mit ihnen ein besonderer Handlungsbedarf verbunden ist:
- Die Erwerbsquote der Frauen ist in den letzten Jahren in NRW kontinuierlich gestiegen. Im Vergleich zu den anderen Bundesländern liegt NRW mit knapp 66 % aber an vorletzter Stelle und mit nur 1,6 Prozentpunkten wies NRW die geringste Steigerung der Frauenerwerbsquote in den letzten vier Jahren auf.
- Umgerechnet auf Vollzeitäquivalente wird deutlich, dass die Erwerbstätigkeit der Frauen nicht in allen Regionen gestiegen ist; in drei Regionen (Mittleres Ruhrgebiet, Märkische Region und Berg. Städtedreieck) gab es sogar eine Abnahme der Frauenerwerbstätigkeit in den letzten vier Jahren.
- Fast jede zweite erwerbstätige Frau in NRW ist in Teilzeit beschäftigt.
- Trotz eines Rückgangs der ausschließlich geringfügig beschäftigten Frauen in den letzten zwei Jahren gehört NRW zu den beiden Bundesländern, die mit rd. 23 % nach wie vor den höchsten Anteil dieser Beschäftigungsform aufweisen.
- Große Unterschiede gibt es in der Erwerbsbeteiligung der Frauen, je nach Alter der Kinder bzw. der bestehenden Kinderbetreuungsangebote. Im Vergleich der 16 NRW-Regionen variiert die Erwerbstätigenquote der Frauen mit Kindern unter 3 Jahren im Jahr 2010 zwischen 30 % in Mülheim-Essen-Oberhausen und 48 % in Düsseldorf/Mettmann, während die Erwerbstätigenquote von Müttern mit Kindern unter 18 Jahren zwischen 54 % und 68 % lag.
- Ebenfalls erheblich ist auch der Unterschied hinsichtlich der Berufsqualifikation bei den jungen Frauen im Alter von 15 bis 30 Jahren: Knapp 47 % der jungen Frauen mit Kindern haben keinen Berufsabschluss, während von den jungen Frauen ohne Kinder nur etwas mehr als 19 % ohne Abschluss sind.

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